Bodenverbesserung

Was bringt Pflanzenkohle (Biochar) dem Boden?

Pflanzenkohle wird vor der Einbringung in den Boden aufgeladen (siehe unten). Pflanzenkohle bildet mit Bodenorganismen wie Pilzen und Bakterien, die sich auf der Pflanzenkohle ansiedeln, einen Speicher für Wasser und Nährstoffe. Pflanzenwurzeln stehen über Mykorrhizen mit dem Pflanzenkohle-Pilz-Bakteriensystem in Verbindung. Die Pflanzenwurzeln erhalten auf diese Weise Nährstoffe und "bezahlen" mit Zuckermolekühlen.

Weitere Wirkungen

  • Adsorption toxischer Bodenstoffe (Pestiziede, Schwermetalle)
  • Verbesserte Bodendurchlüftung
  • Reduktion von Methan- und Lachgasemissionen

 

Anwendungsbereiche:

  • Ackerbau
  • Gartenbau
  • Weinbau
 

Grundlage der Anwendung 

  • Pflanzenkohle ist kein Dünger und sollte nie pur in den Boden eingebracht werden.
  • Pflanzenkohle muss vor der Einarbeitung in den Boden möglichst mit organischen Nährstoffen aufgeladen werden. Die Aufladung mit Stickstoff geschieht am besten durch Vermischung mit Kompost, durch Vermischung mit Mist oder durch Zugabe der Pflanzenkohle zur Gülle. Es ist auch möglich, den Stickstoff in Form von Mineraldünger zuzuführen. Insgesamt sollte die Pflanzenkohle mit mindestens 1 % Stickstoff aufgeladen sein, ansonsten kommt es zur Blockierung von Bodennährstoffen und reduziertem Pflanzenwachstum.

 

In welchen Bodentypen empfiehlt sich die Pflanzenkohle (Biochar)?

Der Einsatz von Pflanzenkohle hat in humusarmen und vor allem sandigen Böden das größte Potenzial hinsichtlich der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, der Wasserspeicherung, der Bodensanierung und der Bodenaktivität. In schweren Böden verbessert Pflanzenkohle insbesondere die Bodendurchlüftung, die Wasserinfiltration und beugt den Gefahren der Verdichtung und Verschlämmung vor. In humusreichen, biologisch hochaktiven Böden mit Humusgehalten ab 4 % - 5 % hat die Pflanzenkohle nur eine relativ geringe Kapazität der Bodenverbesserung. In solchen Böden empfiehlt sich nur der Einsatz von geringen Mengen als Komposthilfsstoff.

 

Prinzipien der Aufladung 

Aufladung der Pflanzenkohle mit Kompost:

  1. Geben Sie beim Aufsetzen des Komposts 10 % vol. Pflanzenkohle hinzu. Dies optimiert den Prozess der Kompostierung und verbessert die Qualität.
  2. Durch den C-Verlust beim Kompostieren (beim Zersetzen der Biomasse wird CO2 frei) erhöht sich der Pflanzenkohlegehalt bis zum Ende der Kompostierung auf ca. 20 % (die Pflanzenkohle wird nicht abgebaut).
  3. Dieser Pflanzenkohle-Kompost eignet sich sehr gut zur Bodenaktivierung und Nährstoffversorgung. Um möglichst viel Kohlenstoff in den Boden zu bringen, kann dem Kompost bis zu 50 % vol. Pflanzenkohle zugemischt werden.

 

Aufladung der Pflanzenkohle mit Viehmist:

  1. Geben Sie dem möglichst frischen Mist ca. 10 % vol. Pflanzenkohle hinzu. Dadurch werden die Nährstoffe gebunden und Fäulnis wird vermindert.
  2. Um möglichst viel Kohlenstoff in den Boden zu bringen, kann dem Viehmist bis zu 70 % vol. Pflanzenkohle zugemischt werden. Die im Mist enthaltenen Nährstoffe genügen, um die Pflanzenkohle aufzuladen.

 

Aufladen der Pflanzenkohle mit Gülle:

  1. Zur Güllebehandlung empfehlen wir die Einmischung von 1,5 % vol. Pflanzenkohle in die Güllegrube. Weitere Informationen zum Thema Güllebehandlung durch Pflanzenkohle finden Sie hier: Güllebehandlung mit Pflanzenkohle
  2. Um möglichst viel Pflanzenkohle mit Gülle aufzuladen, können bis zu 7,5 % vol. Pflanzenkohle in die Güllegrube gemischt werden. Die Gülle wird dadurch dickflüssiger.

Erfahren Sie mehr zur Aufladung von Pflanzenkohle unter: Wege zu Terra Preta. 

Prinzipen der Aufladung

Hier als Download  Aufladung 

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